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Ugly Animals

Hypsignathus monstrosus · Afrikanischer Flughund

Hammerkopf-Flughund: Ein Kopf für laute Balzrufe

Der Hammerkopf-Flughund ist ein großer Früchtefresser West- und Zentralafrikas. Ausgewachsene Männchen tragen eine breite Schnauze, große Lippen und einen stark vergrößerten Kehlkopf. Diese Merkmale helfen nicht beim Fang großer Beute, sondern bilden ein Resonanzsystem für weit hörbare Balzrufe.

Männlicher Hammerkopf-Flughund mit breiter Schnauze
Die extreme Kopfform betrifft vor allem erwachsene Männchen und steht mit ihren Balzrufen in Verbindung.

Was ist ein Hammerkopf-Flughund?

Hypsignathus monstrosus gehört zu den afrikanischen Flughunden und ernährt sich überwiegend von Früchten. Er ist keine gewöhnlich bluttrinkende Fledermaus und jagt keine Menschen. Tagsüber hängen die Tiere in Bäumen, nachts suchen sie in Wald, Sumpfgebieten und teils in landwirtschaftlichen Landschaften nach reifen Früchten.

Männchen und Weibchen sehen sehr verschieden aus. Weibchen besitzen ein fuchsähnliches Gesicht, wie es für viele Flughunde typisch ist. Erst ein erwachsenes Männchen entwickelt die besonders breite Schnauze und die vergrößerten Strukturen zur Lauterzeugung. Ein spektakuläres Männerporträt eignet sich daher nicht als Körperplan für jedes Tier.

Warum ist der Kopf des Männchens so breit?

Ein großer Kehlkopf, Resonanzräume, Lippen und Schnauze verändern und verstärken die tiefen Rufe. Diese Anatomie beansprucht viel Raum und verformt das vertraute Profil. Was für uns wie ein unförmiges Gesicht aussieht, funktioniert nachts als akustische Werbung gegenüber anderen Flughunden.

Die Balzrufe sind nicht dasselbe wie die Echoortung, mit der viele kleine Fledermäuse ihre Umgebung erfassen. Hier geht es vor allem um Fortpflanzungskommunikation. Auch beim Nasenaffen verändert eine große Nase die Resonanz; beim Hammerkopf-Flughund ist der Unterschied zwischen erwachsenen Männchen und Weibchen besonders ausgeprägt.

Wie funktioniert die Balz an einem Lek?

In manchen Gebieten versammeln sich Männchen nachts in Bäumen entlang eines Flusses. Sie halten Abstand voneinander, rufen wiederholt und schlagen mit den Flügeln. Weibchen fliegen durch diesen Bereich und können mehrere Rufer prüfen, bevor sie einen Partner wählen. Eine solche konzentrierte Balzarena wird Lek genannt.

Das Verhalten kann zwischen Ort und Jahreszeit variieren. Nicht jede Beobachtung muss dieselbe Gruppengröße oder Anordnung zeigen. Der gemeinsame Kern ist eine Konkurrenz über Ruf und Darstellung. Damit wird verständlich, warum sexuelle Selektion einen so großen männlichen Stimmapparat begünstigen konnte.

Was frisst die Art, und ist sie bedroht?

Feigen bilden einen wichtigen Teil der Nahrung. Hinzu kommen Mango, Guave, Banane und andere weiche Früchte. Die Tiere kauen häufig Fruchtfleisch, nehmen Saft auf und lassen Teile wieder fallen. Das breite Maul ist also kein Hinweis auf eine Ernährung von großen Tieren.

Global gilt die Art als nicht gefährdet. Waldverlust und Jagd als Nahrungsmittel können Bestände vor Ort dennoch belasten. Besonders regelmäßig genutzte Ruhe- und Balzbäume verdienen Aufmerksamkeit. Eine günstige globale Kategorie bedeutet nicht, dass jeder lokale Lebensraum unverändert bleibt.

Warum er zu den hässlichen Tieren zählt

Der breite Männerkopf ist Teil eines Resonanzsystems. Er steht für Balzrufe und Partnerwahl, nicht für Gefährlichkeit oder eine fleischfressende Lebensweise.

Quellen und Nachweise