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Ugly Animals

Nasalis larvatus · Primat aus Borneo

Nasenaffe: Was seine große Nase bewirkt

Der Nasenaffe kommt nur auf Borneo vor. Vor allem erwachsene Männchen tragen die auffällig lange Nase. Sie verändert nicht nur das Gesicht, sondern auch den Klang ihrer Rufe. Wer bei diesem Merkmal stehen bleibt, übersieht einen schwimmfähigen Pflanzenfresser, der eng an Wälder entlang von Flüssen gebunden ist.

Erwachsener männlicher Nasenaffe mit langer hängender Nase
Männchen haben besonders große Nasen; Weibchen und Jungtiere sehen deutlich anders aus.

Was ist ein Nasenaffe, und wo lebt er?

Nasalis larvatus gehört zu den Altweltaffen und ist auf Borneo endemisch. Die Insel ist zwischen Indonesien, Malaysia und Brunei aufgeteilt. Nasenaffen leben besonders häufig in Tieflandwäldern an Flüssen, in Mangroven und in Sumpfgebieten. Wasser ist deshalb kein nebensächliches Motiv auf ihren Fotos, sondern ein wichtiger Teil ihres Lebensraums.

Gruppen ruhen oft in Bäumen nahe einem Fluss und suchen tagsüber an anderen Stellen nach Futter. Das Fell ist rötlich bis braun, der Bauch auffällig rund. Das bekannte Porträt eines Männchens beschreibt jedoch nicht die ganze Art. Weibchen tragen kleinere Nasen, und das Gesicht von Neugeborenen ist zunächst bläulich, bevor sich die Farbe verändert.

Wozu dient die große Nase der Männchen?

Die Nase ist ein ausgeprägtes Merkmal erwachsener Männchen. Eine Untersuchung frei lebender Tiere fand Zusammenhänge zwischen Nasengröße, Körpergröße und der Zahl der Weibchen in einer Gruppe. Außerdem verändert die vergrößerte Nase die Resonanz der Laute. Andere Nasenaffen können ein Männchen also sehen und hören, auch wenn die genaue Bedeutung jeder einzelnen Begegnung offenbleibt.

Das Merkmal hat wahrscheinlich mit der Konkurrenz unter Männchen und der Partnerwahl zu tun. Es wäre trotzdem zu einfach, jede größere Nase als eindeutiges Zeichen für Gesundheit oder Fortpflanzungserfolg zu behandeln. Die Forschung beschreibt Zusammenhänge und mögliche Funktionen, keinen mechanischen Schalter. Auch Weibchen besitzen eine für Primaten auffällige Nase, nur nicht die extrem hängende Form vieler Männchen.

Was fressen Nasenaffen, und können sie schwimmen?

Auf dem Speiseplan stehen Blätter, Samen, unreife Früchte und weitere Pflanzenteile. Welche Pflanzen sie nutzen, verändert sich mit Jahreszeit und Standort. Ihr spezialisierter Magen unterstützt die Gärung faserreicher Nahrung. Der vorgewölbte Bauch hängt damit zusammen und ist nicht einfach eine Folge von zu viel Futter.

Nasenaffen können Flüsse schwimmend überqueren und sogar eine Strecke unter Wasser zurücklegen. Teilweise durch Schwimmhäute verbundene Zehen helfen dabei. Das macht einen Übergang nicht ungefährlich: Krokodile gehören zu den möglichen Räubern. Erhaltene Uferwälder bieten den Tieren Nahrung, Schlafplätze und eine Verbindung zwischen sonst getrennten Waldstücken.

Warum ist der Nasenaffe gefährdet?

Die Art gilt als stark gefährdet. Wenn Mangroven, Sumpfwälder und bewaldete Flussufer gerodet oder zerschnitten werden, schrumpft ihr zusammenhängender Lebensraum. In Teilen des Verbreitungsgebiets kommt Jagd hinzu. Eine einzelne Baumgruppe an einem Fluss kann einen großflächig funktionierenden Lebensraum nicht ersetzen.

Beim Schutz geht es daher um intakte Ufer, Mangroven und den Zugang zwischen geeigneten Waldgebieten. Seine seltsame Nase ist ein guter Gesprächseinstieg, aber kein vollständiger Steckbrief. Im Vergleich zum ebenfalls ungewöhnlich aussehenden Saiga braucht der Nasenaffe keine offene Steppe, sondern ein Netz aus Bäumen und Wasserwegen auf Borneo.

Warum er zu den hässlichen Tieren zählt

Die hängende Nase fällt sofort auf. Sie ist aber keine Fehlbildung, sondern Teil der Kommunikation eines Primaten, dessen Flusswälder geschützt werden müssen.

Quellen und Nachweise