Nasikabatrachus sahyadrensis · Grabender Frosch aus Indien
Purpurfrosch: Fast das ganze Jahr unter der Erde
Der Purpurfrosch der Westghats verbringt den größten Teil seines Lebens in feuchtem Boden. Runder Körper, kräftige Beine und eine spitze Schnauze wirken für weite Sprünge ungeeignet. Beim Graben und bei der Suche nach kleinen Bodentieren ergeben dieselben Merkmale Sinn.

Was ist ein Purpurfrosch?
Nasikabatrachus sahyadrensis wurde 2003 wissenschaftlich beschrieben, war den Menschen vor Ort jedoch längst bekannt. Die Art gehört zu einer eigenständigen Froschfamilie und kommt nur in einem begrenzten Teil der Westghats vor. Purpur bedeutet hier kein gleichmäßig leuchtendes Violett, sondern bezieht sich auf den grauvioletten Hautton.
Der kleine Kopf und der breite Körper erinnern manche Betrachter an eine Schildkröte ohne Panzer. Dieser Vergleich entsteht an der Oberfläche. In einem engen Gang bietet eine kompakte Form Halt zum Schieben und besitzt weniger vorstehende Teile, die an Erde und Wurzeln hängen bleiben.
Wie gräbt und frisst er im Boden?
Kräftige Hinterbeine bewegen Erde nach hinten, während die schmale Schnauze in kleine Zwischenräume gelangt. Unterirdisch frisst der Frosch Ameisen, Termiten und andere Wirbellose. Die Jagd unterscheidet sich von einem Frosch, der auf einem Blatt sitzt und fliegende Insekten mit einer langen Zunge fängt.
Der Boden schützt vor Austrocknung und großer Hitze. Gleichzeitig machen Verdichtung, Entwässerung, Bauarbeiten und veränderte Vegetation diesen verborgenen Lebensraum unbrauchbar. Sichtbar erhaltene Baumkronen beweisen daher nicht, dass das unterirdische Mikroklima intakt ist.
Warum kommt er im Monsun hervor?
Starke Regenfälle lösen eine kurze Fortpflanzungszeit aus. Männchen rufen teilweise aus verborgenen Positionen, und die Tiere erreichen geeignete Fließgewässer. Die Kaulquappen entwickeln sich in Strömung und können sich an Felsen festhalten.
Erwachsene brauchen feuchte Erde, Eier und Larven dagegen passende Bäche. Beide Teile gehören zu einem Lebenszyklus. Der kurze Auftritt an der Oberfläche ist kein zufälliges Spektakel, sondern der sichtbare Abschnitt eines Jahres, das überwiegend unterirdisch verläuft.
Warum ist die Art stark gefährdet?
Ein kleines Verbreitungsgebiet, Veränderungen von Wald und Boden sowie Eingriffe in Fortpflanzungsbäche erhöhen das Risiko. Straßen können erwachsene Tiere vom Wasser trennen, das sie während weniger Regentage erreichen müssen.
Wirksamer Schutz verbindet Boden, Vegetation und saubere saisonale Bäche. Der südafrikanische Schwarze Regenfrosch gräbt ebenfalls, lebt aber in einer anderen Region und vermehrt sich anders. Die ähnliche Rundung ist keine ausreichende Grundlage, um ihre ökologischen Geschichten zusammenzulegen.
Warum er zu den hässlichen Tieren zählt
An der Oberfläche wirkt die Form unbeholfen. Im Boden werden Schnauze, Beine und kompakter Körper zu Werkzeugen für ein verborgenes Leben.