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Ugly Animals

Condylura cristata · Säugetier der Feuchtgebiete

Sternmull: eine Nase zum Tasten

Der Sternmull bewegt sich in Gängen und flachem Wasser im Osten Nordamerikas. Die 22 fleischigen Fortsätze um seine Nase sind weder Tentakel noch eine Verletzung. Sie bilden eine empfindliche Tastfläche, mit der er winzige Beutetiere rasch untersucht.

Sternmull mit sichtbaren Tastfortsätzen an der Nase
Elf Strahlen auf jeder Seite umgeben die Nasenöffnungen. Der Stern hilft bei der Orientierung durch Berührung.

Was ist ein Sternmull?

Condylura cristata gehört zur Familie der Maulwürfe. Ein walzenförmiger Körper, dichtes Fell und kräftige Vorderfüße erleichtern das Graben. Anders als viele seiner Verwandten sucht er häufig in Wassernähe nach Nahrung und kann gut schwimmen.

Sein Verbreitungsgebiet umfasst feuchte Regionen im Osten Kanadas und im Nordosten der Vereinigten Staaten. In weichem Boden legt er Gänge an; in flachem Wasser findet er weitere Beute. Wer nur das ungewöhnliche Gesicht betrachtet, übersieht leicht den Lebensraum, für den dieser Körper gebaut ist.

Wie funktioniert die sternförmige Nase?

Auf jeder Seite sitzen elf bewegliche Strahlen. Ihre Oberfläche trägt winzige Sinnesorgane, die Eimer-Organe. Bei Berührung mit Erde, Wasser, Gegenständen oder Beute liefern sie dem Gehirn zahlreiche Tastinformationen. Der Stern ist also vor allem ein Tastorgan und keine Ansammlung kleiner Finger.

Forschungen aus dem Labor von Kenneth Catania zeigen eine Arbeitsteilung zwischen den Strahlen. Hat ein äußerer Strahl etwas Interessantes berührt, wird das Objekt mit dem zentralen Paar genauer untersucht. So kann der Mull kleine Nahrungspartikel sehr schnell erkennen und fressen.

Wo lebt er, und was frisst er?

Sümpfe, nasse Wiesen, Moore und Bachränder bieten lockeren Boden für Gänge und Zugang zu Beutetieren im Wasser. Der Sternmull frisst unter anderem Regenwürmer, Insekten, Weichtiere und kleine Krebstiere. Das genaue Angebot hängt vom jeweiligen Ort ab.

In dunklen Gängen und trübem Wasser hilft Sehen nur begrenzt. Die Nase ersetzt nicht alle anderen Sinne, verkürzt aber die Zeit, die für das Prüfen kleiner Beute nötig ist. Was auf einem Foto fremd wirkt, erfüllt beim Nahrungserwerb eine präzise Aufgabe.

Ist der Sternmull bedroht?

Die Art gilt weltweit als nicht gefährdet. Das sagt nichts darüber aus, ob jedes Feuchtgebiet erhalten bleibt. Entwässerung, Bebauung und örtliche Veränderungen des Wasserhaushalts können geeignete Lebensräume zerstören.

Der Sternmull zeigt auch, warum eine Art nicht erst bedroht sein muss, um biologisch bemerkenswert zu sein. Seine Nase macht einen vertrauten Körperteil zu einem fein abgestimmten Tastinstrument für die Nahrungssuche in feuchter Erde.

Warum er zu den hässlichen Tieren zählt

Die beweglichen Nasenstrahlen können auf Menschen befremdlich wirken. Ihre Anordnung erklärt sich jedoch aus der schnellen und genauen Nahrungssuche im Boden und im Wasser.

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Quellen und Nachweise