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Ugly Animals

Ceratioidei · Fische der Tiefsee

Tiefsee-Anglerfisch: Nahrungssuche mit einem Leuchtköder

Tiefsee-Anglerfische sind eine vielfältige Gruppe und keine einzelne Art. Viele Weibchen tragen vor dem Maul einen leuchtenden Köder. In dunklem Wasser mit weit verstreuter Beute kann das eine Gelegenheit zum Fressen schaffen. Größe, Aussehen und Fortpflanzung unterscheiden sich jedoch zwischen den Familien.

Weiblicher Tiefsee-Anglerfisch mit Köder über dem Maul
Der Köder entsteht aus einem umgebildeten Flossenstrahl. Bei vielen Arten liefern Bakterien das Licht.

Was gehört zu den Tiefsee-Anglerfischen?

Ceratioidei umfasst mehrere Familien pelagischer Tiefseefische. Der europäische Seeteufel gehört zwar ebenfalls zu den Anglerfischen, liegt aber gewöhnlich getarnt am Meeresboden. Sein Profil braucht deshalb eine eigene Erklärung. Hier geht es um die Verwandtschaftsgruppe aus den dunklen Wasserschichten.

Das bekannte kugelige Tier mit großen Zähnen ist meist ein erwachsenes Weibchen. Männchen sind in vielen Arten wesentlich kleiner und sehen anders aus. Eine einzige Aussage zu Größe, Tiefe oder Gefährdung würde die Vielfalt der Gruppe verdecken.

Warum leuchtet die Angel?

Die 'Angel' ist ein umgebildeter vorderer Strahl der Rückenflosse. Am Ende sitzt die Esca, ein besonderer Köder. Bei vielen Tiefseearten leben darin leuchtende Bakterien, die Schutz und Nährstoffe erhalten. Nicht jeder Anglerfisch besitzt aber eine leuchtende Angel; flachwasserlebende Verwandte nutzen andere Lockreize.

Das Weibchen kann den Köder vor dem Maul bewegen. Wenn ein Tier näherkommt, erreicht es die große Mundöffnung. Lange Zähne können verhindern, dass gefangene Beute wieder entwischt. Das Licht ist keine allgemeine Lampe für die Umgebung, sondern Teil einer Jagdtechnik bei knappen Nahrungschancen.

Verwachsen alle Männchen mit einem Weibchen?

In weiten, dünn besiedelten Wasserschichten ist ein Partner schwer zu finden. Männchen vieler Arten bleiben klein. Bei einigen Tiefsee-Anglerfischen beißt ein Männchen am Weibchen fest, Gewebe und Blutkreislauf verbinden sich, und es bleibt dauerhaft für die Fortpflanzung verfügbar.

Andere Arten verbinden sich nur vorübergehend oder haben keine dauerhafte Gewebefusion. Das Natural History Museum unterscheidet diese Fortpflanzungsweisen. Die verbreitete Behauptung, jedes Männchen werde zwangsläufig zu einem Anhängsel, ist deshalb falsch.

Warum wirken sie unheimlich, und sind sie bedroht?

Ein dunkler Körper, lange Zähne und ein leuchtender Punkt am Kopf ergeben ein ungewöhnliches Porträt. Diese Merkmale helfen bei der Nahrungssuche, nicht beim Erschrecken von Menschen. Viele Fotos zeigen konservierte Tiere, deren Form sich verändert haben kann. Aufnahmen von MBARI zeigen dagegen einen lebenden Anglerfisch beim Einsatz des Köders.

Für Ceratioidei gibt es keine einzige Rote-Liste-Kategorie. Schutzfragen müssen für einzelne Arten und konkrete Bestände beantwortet werden. Auch der Vergleich mit dem Blobfisch zeigt Unterschiede: Beide leben in tiefem Wasser, doch Köder, Körperbau und Nahrungsweise sind nicht austauschbar.

Warum er zu den hässlichen Tieren zählt

Zähne und Leuchtköder können wie eine Szene aus einem Horrorfilm wirken. Im tiefen Meer helfen sie, knappe Nahrung zu erreichen; bei manchen Arten kommt eine ungewöhnliche Partnersuche hinzu.

Quellen und Nachweise